
Wie viele Singles gibt es in der Schweiz? Je nachdem, wen man fragt, hört man «jeder Dritte» oder «fast die Hälfte». Die meisten dieser Zahlen stammen aus Umfragen von Dating-Portalen. Es gibt aber auch eine amtliche Antwort: Das Bundesamt für Statistik (BFS) fragt alle fünf Jahre Tausende von Menschen, ob sie in einer Beziehung sind.
Ich habe die Tabelle mit dem Bevölkerungsregister verrechnet. Das Ergebnis vorweg: Rund 1,9 Millionen Erwachsene leben ohne Partnerin oder Partner. Es werden mehr. Und wer Single ist, hängt stark davon ab, wie alt man ist und ob man ein Mann oder eine Frau ist.
Die wichtigsten Werte des BFS zu Beziehungsstatus, Haushalten und Zivilstand. Rechts dieselben Zahlen als Infografik, zum Teilen und Einbinden.
| Ohne Partnerin oder Partner | 26,9 % der 18- bis 80-Jährigen, BFS 2023 |
|---|---|
| Hochgerechnet | rund 1,9 Millionen Menschen eigene Berechnung, 1,80 bis 1,92 Millionen |
| Vor zehn Jahren | 22,5 % BFS 2013, 2018 waren es 24,4 % |
| Männer von 18 bis 24 | 68,6 % ohne Partnerin 2013 waren es 57,1 % |
| Frauen von 18 bis 24 | 55,7 % ohne Partner |
| Tiefster Wert | 16,7 % bei den 35- bis 44-Jährigen |
| Frauen von 65 bis 80 | 38,4 % ohne Partner Männer: 16,8 % |
| Paar, aber getrennte Wohnungen | 10,5 % rund 730’000 Menschen, eigene Berechnung |
| Einpersonenhaushalte | 1’537’386 37,4 % aller Haushalte, Ende 2025 |
| Allein lebend | 17,2 % der Bevölkerung 1930 waren es 2,2 % |
| Mit 50 noch nie verheiratet | 22,1 % 2010 waren es 13,6 %, Männer heute 25,0 % |
| Prognose 2050 | 1,9 Millionen Einpersonenhaushalte Referenzszenario des BFS |
| Grundlage | 18’317 Interviews und Bevölkerungsregister EFG 2023, STATPOP 2025 |
Quellen: BFS, Erhebung zu Familien und Generationen 2013, 2018 und 2023; STATPOP; Szenarien der Haushalte 2025 bis 2055. Hochrechnungen und Anteile: eigene Berechnung.

Das BFS nennt seine Befragung «Erhebung zu Familien und Generationen». Die letzte Runde lief von April bis Juli 2023, mit 18’317 gültigen Interviews aus einer Zufallsstichprobe. Eine der Fragen: Haben Sie eine Partnerin oder einen Partner? 26,9 % der 18- bis 80-Jährigen sagten Nein.
Was heisst das in Köpfen? Ende 2023 lebten in der Schweiz 6’910’761 Menschen zwischen 18 und 80. Davon 26,9 % sind rund 1,86 Millionen. Rechnet man die Unschärfe der Stichprobe ein, liegt der Wert zwischen 1,80 und 1,92 Millionen. Mit der Bevölkerung von Ende 2025 sind es rund 1,9 Millionen. Das ist eine Hochrechnung von mir, keine Zählung des BFS.
Wichtig für die Lesart: «ohne Partner» heisst nicht «auf der Suche». In dieser Zahl stecken auch Verwitwete und Menschen, die gern allein sind. Umgekehrt zählt jemand, der seit drei Wochen frisch verliebt ist, schon nicht mehr dazu.

| Alter | Total | Frauen | Männer | Total 2013 |
|---|---|---|---|---|
| 18 bis 24 Jahre | 62,1 % | 55,7 % | 68,6 % | 49,6 % |
| 25 bis 34 Jahre | 30,3 % | 24,5 % | 35,7 % | 20,6 % |
| 35 bis 44 Jahre | 16,7 % | 15,9 % | 17,5 % | 15,3 % |
| 45 bis 54 Jahre | 18,4 % | 20,9 % | 15,9 % | 16,7 % |
| 55 bis 64 Jahre | 23,4 % | 27,7 % | 19,0 % | 18,4 % |
| 65 bis 80 Jahre | 28,2 % | 38,4 % | 16,8 % | 26,5 % |
| Alle, 18 bis 80 Jahre | 26,9 % | 28,4 % | 25,3 % | 22,5 % |
Quelle: BFS, Tabelle «Beziehungsstatus, Personen im Alter von 18 bis 80 Jahren», Erhebung zu Familien und Generationen 2013 und 2023, Anteil «keine Partnerin / keinen Partner». Das BFS weist darauf hin, dass die Zahlen wegen eines Methodenwechsels nur bedingt mit 2013 und 2018 vergleichbar sind.
Die Zahl, die mich am meisten überrascht hat: 68,6 % der Männer zwischen 18 und 24 haben keine Partnerin. Bei den gleichaltrigen Frauen sind es 55,7 %. Und der Wert steigt: 2013 lag er bei den jungen Männern noch bei 57,1 %, 2018 bei 62,4 %.
Woher kommt der Unterschied zwischen Männern und Frauen? Eine naheliegende Erklärung ist der Altersunterschied in Paaren: Bei der ersten Heirat sind Männer in der Schweiz laut BFS im Schnitt 32,4 Jahre alt, Frauen 30,5. Junge Frauen sind also öfter mit etwas älteren Männern zusammen, und die gleichaltrigen Männer gehen häufiger leer aus. Der Abstand bleibt bis Mitte dreissig: Bei den 25- bis 34-Jährigen sind 35,7 % der Männer ohne Partnerin, aber nur 24,5 % der Frauen. Hochgerechnet sind das rund 219’000 Männer gegenüber 145’000 Frauen.
Zwischen 35 und 44 ist die Schweiz am häufigsten zu zweit: Nur 16,7 % sind ohne Partner, und zwischen Männern und Frauen gibt es kaum einen Unterschied. Danach kippt es. Ab 45 sind es die Frauen, die häufiger allein sind, und der Abstand wächst mit jedem Jahrzehnt.
Zwischen 65 und 80 haben 38,4 % der Frauen keinen Partner, aber nur 16,8 % der Männer. Hochgerechnet: rund 261’000 Frauen gegenüber 102’000 Männern. Der naheliegende Grund: Frauen leben länger und sind in Paaren meist die Jüngeren. Sie bleiben deshalb häufiger allein zurück.
Mit 25 fehlen den Männern die Frauen. Mit 65 fehlen den Frauen die Männer.
Drei Begriffe werden ständig verwechselt, und jeder ergibt eine andere Zahl:
Wie gross die Überschneidung ist, zeigt eine weitere Zahl aus der Erhebung: 10,5 % der 18- bis 80-Jährigen haben eine Partnerin oder einen Partner, wohnen aber nicht zusammen. Hochgerechnet sind das rund 730’000 Menschen. Liiert, aber mit zwei Wohnungsschlüsseln.

Der lange Trend ist eindeutig. 1930 lebten 2,2 % der Bevölkerung allein, heute sind es 17,2 %. Der Anteil der Einpersonenhaushalte stieg von 8,5 % (1930) über 19,6 % (1970) und 32,4 % (1990) auf 37,4 %. Das BFS schreibt, die Zahl der Einpersonenhaushalte habe sich seit 1970 «beinahe vervierfacht». Der Einpersonenhaushalt ist heute der häufigste Haushaltstyp der Schweiz, vor den Paaren ohne Kinder.
Und es geht weiter. Im Referenzszenario des BFS steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte bis 2055 «von 1,5 auf 1,9 Millionen», ein Plus von 26 %. Als Gründe nennt das BFS vor allem die steigende Lebenserwartung und die tiefe Geburtenrate.
Auch beim Heiraten verschiebt sich etwas. Im Jahr 2010 waren 13,6 % der 50-Jährigen noch nie verheiratet. 2025 sind es 22,1 %, bei den Männern 25,0 %. Mit 30 sind heute 70,7 % ledig.
Das heisst nicht, dass diese Menschen allein sind. Es heisst, dass die Ehe nicht mehr der Normalfall ist. Das BFS selbst hält fest: Mitte des 20. Jahrhunderts heirateten fast alle Ledigen vor ihrem 50. Geburtstag mindestens einmal, heute ist dieser Anteil «nur noch halb so hoch».
Parship meldet für die Schweiz eine Single-Quote von 39 % (Umfrage von marketagent.com, September 2024, 1’588 Befragte von 18 bis 75 Jahren). 2017 waren es laut Parship 36 %, 2012 noch 29 %. Das ist deutlich mehr als die 26,9 % des BFS.
Der Unterschied liegt in Frage und Methode: Bei Parship bezeichnen sich die Befragten selbst als Single, in einem Online-Panel. Das BFS fragt in einer Zufallsstichprobe nach einer bestehenden Partnerschaft. Ich halte mich an die amtliche Zahl. In einem Punkt sind sich beide Quellen einig: Es werden mehr.
Wer Single ist, ist in guter Gesellschaft: Rund 1,9 Millionen Menschen in der Schweiz sind es auch. Die Frage ist, wo man sie trifft. Laut BFS hat sich mehr als jedes vierte neue Paar online kennengelernt, fast so viele wie im Freundeskreis.
Die Zahlen zeigen auch, warum die Suche je nach Alter anders aussieht. Mit 25 konkurrieren viele Männer um weniger Frauen. Ab 50 ist es umgekehrt, und genau dort sind Plattformen für diese Altersgruppe entstanden. Welche in der Schweiz genutzt werden, zeigt die Rangliste. Wer eine feste Beziehung sucht, findet die Auswahl unter Seriöse Partnersuche, und wer über 50 ist, unter Partnersuche ab 50.
Laut dem Bundesamt für Statistik haben 26,9 % der 18- bis 80-Jährigen keine Partnerin und keinen Partner (Erhebung 2023). Hochgerechnet auf die Bevölkerung sind das rund 1,9 Millionen Menschen. Die Hochrechnung ist eine eigene Berechnung von Herzquote.
Das hängt vom Alter ab. Bis Mitte vierzig sind mehr Männer ohne Partnerin: bei den 18- bis 24-Jährigen 68,6 % gegenüber 55,7 % der Frauen. Ab 45 sind es mehr Frauen, zwischen 65 und 80 sogar 38,4 % gegenüber 16,8 % der Männer.
Zwischen 35 und 44 Jahren. In dieser Altersgruppe haben nur 16,7 % keine Partnerin und keinen Partner.
Ja. Der Anteil der Personen ohne Partner lag 2013 bei 22,5 %, 2018 bei 24,4 % und 2023 bei 26,9 %. Das BFS weist darauf hin, dass die Werte wegen eines Methodenwechsels nur bedingt vergleichbar sind. Die Richtung ist aber in allen drei Erhebungen dieselbe.
Ende 2025 gab es 1’537’386 Einpersonenhaushalte. Das sind 37,4 % aller Haushalte und 17,2 % der Bevölkerung. Wer allein wohnt, ist aber nicht zwingend Single: 10,5 % der 18- bis 80-Jährigen haben einen Partner, mit dem sie nicht zusammenwohnen.
Parship stützt sich auf eine Online-Umfrage von 2024, in der sich die Befragten selbst als Single bezeichnen. Das BFS fragt in einer amtlichen Zufallsstichprobe nach einer bestehenden Partnerschaft und kommt auf 26,9 %.
Ja. Die Zahlen stammen vom Bundesamt für Statistik und sind öffentlich. Die Infografik und die Berechnungen von Herzquote dürfen Sie übernehmen, wenn Sie Herzquote als Quelle nennen und auf diese Seite verlinken.