
Wer über Online-Dating schreibt und den Liebesbetrug auslässt, erzählt nur die halbe Geschichte. Zu Romance Scam gibt es in der Schweiz viele Warnungen und genau eine amtliche Zahlenquelle: die Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundes. Seit 2021 weist sie Liebesbetrug einzeln aus.
Ich habe die Tabellen Zeile für Zeile durchgesehen und nachgerechnet. Das Ergebnis vorweg: Nach drei Jahren Rückgang steigen die Anzeigen wieder, sieben von zehn Opfern sind über 50, und in 87 von 100 Fällen wird niemand gefasst.
Die wichtigsten Werte der Polizeistatistik und was die Kantone dazu sagen. Rechts dieselben Zahlen als Infografik, zum Teilen und Einbinden.
| Anzeigen 2025 | 692 2024 waren es 639 |
|---|---|
| Veränderung zum Vorjahr | +8,3 % eigene Berechnung |
| Höchster Wert | 776 Anzeigen im Jahr 2021 |
| Davon nur Versuche | 21 in allen anderen Fällen ist Geld geflossen |
| Aufgeklärt | 92 Fälle, 13,3 % 2022 und 2023 waren es 17,9 % |
| Geschädigte | 682 davon 650 Privatpersonen |
| 50 Jahre oder älter | 459 Personen, 70,6 % eigene Berechnung |
| Grösste Altersgruppe | 60 bis 69 Jahre 180 Personen, 27,7 % |
| Frauen | 374 Personen, 57,5 % 2021 waren es 490 |
| Männer | 276 Personen, 42,5 % 2021 waren es 222 |
| Deliktsumme Schweiz | wird nicht erfasst laut SRF |
| Deliktsumme Kanton Aargau | über 10 Millionen Franken 2021 bis 2023, Kantonspolizei Aargau |
| Digitale Straftaten total | 57’761 im Jahr 2025, 2020 waren es 24’398 |
Quellen: BFS, Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 bis 2025; Kantonspolizei Aargau laut Aargauer Zeitung; SRF. Anteile und Veränderungen: eigene Berechnung.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst jede Straftat, die bei einer Schweizer Polizei angezeigt wird. Seit 2021 gibt es darin eine eigene Zeile für Romance Scam. Das ist keine Umfrage und keine Schätzung. Es sind gezählte Anzeigen.
Drei Jahre lang ging die Zahl zurück: 776, 698, 661, 639. Im Jahr 2025 stieg sie wieder auf 692. Das ist ein Plus von 8,3 % gegenüber dem Vorjahr.

| Jahr | Straftaten | davon Versuche | aufgeklärt | Aufklärungsrate | Geschädigte |
|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | 776 | 37 | 94 | 12,1 % | 714 |
| 2022 | 698 | 21 | 125 | 17,9 % | 634 |
| 2023 | 661 | 20 | 118 | 17,9 % | 597 |
| 2024 | 639 | 25 | 88 | 13,8 % | 594 |
| 2025 | 692 | 21 | 92 | 13,3 % | 682 |
Quelle: BFS, Polizeiliche Kriminalstatistik, Tabelle «Digitale Kriminalität: Modi Operandi und geschädigte Personen», Zeile «davon: Romance Scam», Stand der Datenbank 13.02.2026. Es handelt sich um polizeilich registrierte Straftaten, nicht um die tatsächliche Zahl der Opfer.
Von 692 Fällen waren nur 21 Versuche. In allen anderen ist Geld geflossen. Und aufgeklärt wurden 92. Das heisst: In fast 87 von 100 Fällen wird der Täter nie ermittelt.

Hier zeigt die Statistik ein sehr klares Bild. Von den 650 geschädigten Privatpersonen im Jahr 2025 waren 459 mindestens 50 Jahre alt. Das sind 70,6 %. Die 60- bis 69-Jährigen sind mit 180 Fällen die grösste Gruppe, direkt gefolgt von den über 70-Jährigen mit 151.
Die 20- bis 39-Jährigen kommen zusammen auf 96 Fälle, also 14,8 %. Liebesbetrug trifft nicht die Generation, die am meisten swipt. Er trifft vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte.
Quelle: BFS, PKS 2025. Anteile: eigene Berechnung auf Basis von 650 natürlichen Personen. Dazu kommen 32 juristische Personen.
Sieben von zehn Opfern sind über 50. Und in 87 von 100 Fällen wird niemand gefasst.
Noch etwas fällt auf: Der Anteil der Männer steigt. 2021 waren 222 der Geschädigten männlich, 2025 waren es 276. Bei den Frauen ging die Zahl im selben Zeitraum von 490 auf 374 zurück. Frauen bleiben mit 57,5 % in der Mehrheit, aber der Abstand schrumpft. Liebesbetrug ist kein «Frauenproblem».
Das weiss niemand. Wörtlich. SRF hat es so formuliert: «Wie hoch die Deliktsumme in der ganzen Schweiz ist, wird nicht erfasst.»
Es gibt nur Zahlen einzelner Kantone. Die Kantonspolizei Aargau hat sie veröffentlicht: 4,3 Millionen Franken im Jahr 2021, 3,7 Millionen 2022, 2,8 Millionen 2023. Zusammen mehr als zehn Millionen Franken in drei Jahren, in einem einzigen Kanton, und nur für die Fälle, die angezeigt wurden.
Die Schweizerische Kriminalprävention schätzt laut «Blick» (April 2025), dass die Dunkelziffer rund 20-mal höher liegt als die Zahl der Anzeigen. Ich habe die Aussage auf der Seite der SKP selbst nicht gefunden und gebe sie deshalb als das weiter, was sie ist: ein Zitat aus zweiter Hand. Dass viele Opfer aus Scham schweigen, bestätigt aber auch die Kantonspolizei Aargau.
Zur Einordnung: Romance Scam ist ein kleiner Teil der digitalen Kriminalität. 2025 registrierte die Polizei insgesamt 57’761 digitale Straftaten, im Jahr 2020 waren es 24’398.
Ich bin kein Präventionsexperte, also halte ich mich an das, was Polizei und Kriminalprävention sagen. Das Muster ist fast immer dasselbe:
Die Regel der Polizei ist kurz: Nie Geld an jemanden überweisen, den man nicht persönlich getroffen hat. Wer betroffen ist, kann sich bei jeder Kantonspolizei melden, auch wenn der Betrag klein ist.
Die Statistik sagt nicht, auf welcher Plattform der Kontakt begann. Ich kann also nicht behaupten, Plattform A sei sicherer als Plattform B, und ich tue es nicht. Was sich sagen lässt: Auf Plattformen, auf denen nur zahlende Mitglieder Nachrichten schreiben können, muss ein Betrüger für jedes Profil ein Abo lösen. Das ist kein Schutz, aber eine Hürde.
Und zur Beruhigung: Laut BFS hat sich mehr als jedes vierte neue Paar im Internet gefunden. 692 Anzeigen sind daneben eine kleine Zahl, auch wenn jede einzelne eine zu viel ist. Welche Plattformen mit bezahlten Nachrichten arbeiten, steht unter Partnersuche ab 50 und Seriöse Partnersuche.
692 angezeigte Fälle im Jahr 2025, laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundes. 2024 waren es 639, im Jahr 2021 mit 776 am meisten. Gezählt werden nur Fälle, die bei der Polizei angezeigt wurden.
Menschen über 50. Von den 650 geschädigten Privatpersonen im Jahr 2025 waren 459 mindestens 50 Jahre alt, das sind 70,6 %. Die grösste Gruppe sind die 60- bis 69-Jährigen mit 180 Fällen.
Mehr Frauen, aber der Abstand schrumpft. 2025 waren 374 Geschädigte weiblich (57,5 %) und 276 männlich (42,5 %). 2021 waren es 490 Frauen und 222 Männer.
Für die ganze Schweiz wird die Deliktsumme nicht erfasst. Die Kantonspolizei Aargau hat für ihren Kanton 4,3 Millionen Franken (2021), 3,7 Millionen (2022) und 2,8 Millionen (2023) gemeldet, zusammen mehr als zehn Millionen in drei Jahren.
Selten. 2025 wurden 92 von 692 Fällen aufgeklärt, eine Aufklärungsrate von 13,3 %. In den Jahren 2022 und 2023 lag sie bei 17,9 %.
Die Person kann sich nie per Video zeigen, will rasch von der Plattform auf WhatsApp oder Telegram wechseln, und nach Wochen voller Aufmerksamkeit kommt ein Notfall, der Geld kostet. Die Regel der Polizei: nie Geld an jemanden überweisen, den man nicht persönlich getroffen hat.
Ja. Die Zahlen stammen vom Bundesamt für Statistik und sind öffentlich. Die Infografik und die Berechnungen von Herzquote dürfen Sie übernehmen, wenn Sie Herzquote als Quelle nennen und auf diese Seite verlinken.